26. April 2015

Woche 10

Bonjour tout le monde!
Meine Gastfamilie war gestern auf eine Hochzeit aus der Verwandtschaft eingeladen und somit ich auch. Ich war also live bei einer reunionesischen Hochzeit dabei und ihr bekommt jetzt eine detaillierte Beschreibung!
Ich habe insgesamt 400 Fotos gemacht, aber nur weil dann meine Karte voll war, und konnte mich nicht ganz entscheiden, welche Fotos jetzt auf den Blog kommen dürfen, also hab ich einfach ein paar mehr genommen :D

Den Vormittag hat meine Austauschschülerin mit ihrer Mutter beim Friseur und beim Kosmetiker verbracht. Zumindest vermute ich das, weil sie einfach gegangen ist ohne mir etwas zu sagen.
Irgendwannmal am Mittag kam sie dann wieder zurück und so gegen halb 1 ist dann meiner Gastfamilie aufgefallen, dass wir zu spät dran sind und eine Stunde später sind wir schließlich losgefahren. Fragt mich nicht, was sie immer so kurz vor knapp machen müssen. Aber meine Gastfamilie scheint schon den Ruf in der Verwandtschaft zu haben, immer zu spät zu sein.
Trotzdem haben wir es noch rechtzeitig vor das Rathaus geschafft, wo dann die standesamtliche Hochzeit stattfand. Ich glaube, es waren geschätzt so 50 Leute eingeladen. Okay, ich bin echt mies im Schätzen.
Das ist der Raum im Rathaus
Danach ging es ein wenig weiter nach oben zu einer kleinen,süßen, verwinkelten Kirche, wo dann die kirchliche Trauung war. Die Messe wurde von einem kleinen, aber kräftigen Chor begleitet und so klangen die Lieder auch nach etwas. Mir ist aufgefallen (weil das ganze von einem Keyboard begleitet wurde) dass eine Orgel in der Kirche hier gar nicht so selbstverständlich wie bei uns ist.
Das ist die Kirche
Danach ging es an den Strand. Da gab es dann Madeleines und Brioche mit Getränken. Mhmmm... Ich hatte schon danach fast keinen Hunger mehr, wenn ich ehrlich bin.
Die restliche Zeit, also neben essen, habe ich dann zusammen mit meiner Austauschschülerin am Strand verbracht und haufenweise Fotos gemacht.
Nach dem Sonnenuntergang, ging es dann beim Brautpaar zu Hause weiter. Zumindest glaube ich, dass es ihnen gehörte, weil der Kühlschrank voll mit Bildern von ihren Kindern und Magneten war.
Allerdings hat sich mein Gastvater dafür entschieden eine "Abkürzung" zu nehmen und nicht einfach dem Brautauto mit den ganzen anderen Autos der Gäste hintendran zu folgen. Naja, letztendlich sah es dann so aus, dass wir den ganzen Weg wieder zurückgefahren sind und doch da entlang sind, wo auch die anderen hingefahren sind.
Die Terrasse wurde zur Tanzfläche umgebaut und ein Sänger mit Gitarre und gleichzeitig irgendwie auch DJ, hat dann den ganzen Abend gesungen, ohrenbetäubend laute Musik durch die Lautsprecher ertönen lassen oder ab und zu was gesagt und somit dann das Feuerwerk, Essen, etc eingeleitet.
Ja Richtig gehört, ein Feuerwerk war auch dabei.
Es gab den ganzen Abend lang ein Buffet mit viel zu viel zu essen. Ich war schon nach der Vorspeise um 19 Uhr satt. Ich habe allerdings erst um 22 Uhr, als die Hauptgerichte serviert wurden und die ersten schon das ein oder andere Gläschen Champagner zu viel getrunken haben, bemerkt, dass es sich nur um die Vorspeise gehandelt hatte. Um Mitternacht gab es dann das Dessert.
Dazwischen wurde getanzt, geredet oder beides.
Ich habe ein nettes Mädchen kennen gelernt, dass Verwandte in Deutschland hat und sie hat versucht mit mir auf Deutsch zu reden, ich auf Französisch. Außerdem habe ich einen Deutschlehrer gefunden. Wen man so alles trifft :D
Mein Gastvater hat mir dann auch ein paar seiner Geschwister vorgestellt. Warum nicht alle? Es sind insgesamt 11 Stück, von denen ein paar auch in Frankreich leben! Ich musste lachen, als er anfing mit seinen Geschwistern zu grübeln, das wievielte Kind sie jetzt genau sind und ihnen dann doch immer noch der ein oder andere Bruder oder Schwester einfiel, schon kompliziert.
Vorspeisen
Hauptspeisen
Dessert
Zur Vorspeise gab es ziemlich vieles mit Fleisch oder Fisch und niemand wusste genau, was wo drin ist. Es gab sogar Accras, Cédric! Allerdings in scharf und mit Pfeffer, und damit meine ich wirklich scharf, weshalb ich sie gar nicht erst probiert habe.
Irgendwannmal kam dann eine Frau mit einem Tablett mit Macarons durch. Macarons, hallo? Da sagt man nicht nein. Meine Gastmutter begeistert so: "Oh, Vanillemacarons!" Also habe ich mir dann auch eins genommen. Nachdem wir dann reingebissen haben, haben wir allerdings bemerkt, dass sie süß salzig sind. Naja, den Rest habe ich dann auch noch irgendwie runterbekommen.

Später habe ich dann rausgefunden, dass das eine Gänseleberfüllung war. BAH!!! Ich will gar nicht wissen, was ich da sonst noch so alles gegessen habe... Mir wird allein beim Gedanken daran immer noch schlecht...
Das schlimme war, dass die Macarons neben der Füllung noch nicht mal gut waren...
Zum Glück gab es dann um Mitternacht zum Dessert "richtige" Macarons, die allerdings auch nicht sonderbar gut waren.
Was gute Macarons für mich sind? Da zählt nicht nur der Geschmack, der voll und kräftig sein muss, sondern auch die Konstistenz. Ein Macarons muss für mich außen eine Art Kruste haben und nicht zu trocken sein. Ein perfektes Macaron kann man mehrere Minuten lang genießen. Da gilt: klein, aber fein! Ein Macaron, das nach zwei Bissen also schon weg ist, ist kein Macaron.
Zum Dessert gab es aber auch noch die obligatorische Hochzeitstorte, die aus vielen einzelnen, zusammengeklebten Windbeuteln bestand, von denen jeder einen bekommen hat.
 Tut mit Leid, dieses Mal kommt ihr wohl nicht "nur" mit Fernweh weg, sondern auch noch mit Hunger ;D


Au revoir,
Anni

PS: Wir haben die 5000 Seitenaufrufe geknackt *freu*
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Kommentare:

  1. Macarons mit Gänseleberpastete gefüllt? Das klingt wie ein Alptraum. Aber die Bilder vom Buffet sehen ansprechend aus. Hattest du ein Stretchkleid an?

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    1. Ja, das beschreibt es ziemlich gut: Albtraum... Bah!
      Aber das Essen sah auf jeden Fall schön aus, nur das mit dem Inhalt... Naja!
      Ich habe Bilder von meinem Kleid, das ist kein Strechkleid, sondern... keine Ahnung. Es ist tailliert, hört über den Knien auf, ist königsblau und hat außen so etwas leichteren, locker runterfallenden Stoff... Ach, vergiss meine schlimme Beschreibung einfach und freu dich auf die Fotos :)
      Liebe Grüße,
      Anni

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  2. Die Bilder zeigen ein weiteres mal die Schönheit der Landschaft :)
    Da ich vor einer Woche der Konfirmation von jemanden beiwohnen durfte, dessen Mutter Französin ist, kam ich auch in den Genuss eines eindrucksvollen Essens, auch wenn es im Vergleich zu dem, was du geschildert hast, eher wie ein Apéritif wirkt xD
    Liebe Grüße
    Simon

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    1. Ja, das Meer wird mir in der Tat fehlen...!
      Und ja, es gab wirklich viel zu viel zu essen, ich hab irgendwie immer noch nicht wirklich Hunger :D
      Liebe Grüße,
      Anni

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  3. Dass das essen aber auch immer so lecker aussehen muss und dann so komisch ist... sowas ist so schrecklich :D ._.
    Hört sich alles trotzdem ziemlich cool an und der strand ist ein traum*-*
    Wann kommt deine Austauschparterin zu dir?:)

    Viele grüße
    Lissie:)

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    1. Hey Lissie,
      Ja, Macarons gefüllt mit Gänseleber... Wie grausam ist das denn?! Das ist ja Macaronsquälerei, die armen Dinger haben auch Gefühle!
      Ja, der Strand war wirklich wunderschön, aber ich glaube kaum, dass es ein schönes Erlebnis wäre, da zu baden... Okay, wär sicher cool, aber nur bis der erste Hai kommt!
      Liebe Grüße,
      Anni

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