30. März 2015

Woche 6

Bonjour tout le monde!
Heute morgen als ich aufgestanden bin, war ich ganz sicher, dass es Sonntag ist. Irgendwannmal habe ich dann bemerkt, dass nicht. Also, dachte ich mir, ist ja nichts so schlimm, ich mach es einfach früh morgens, also bei euch früh morgens und dann kam mir der Stromausfall in den Weg... Grrrr! Es tut mir so Leid, dass der Post nicht gestern kam (oder früher).
Und das mit dem kommentieren war übrigens echt ernst gemeint. Kommt schon! Nur weil ihr schon einmal kommentiert habt, heißt das noch lange nicht, dass ihr das nicht noch ein zweites Mal machen könnt.
Auf jeden Fall sind jetzt schon 6 Woche um, was bedeutet, dass es Halbzeit ist. Und deshalb liste ich euch ein paar Dinge auf, die komisch, verrückt, ungewohnt oder einfach anders als in Deutschland sind.

1: Eine Spezialität dieser Insel ist das sogenannte Pain Frites (franz., =Pommes Frites Brot) und es verspricht was es hält: Mit Käse überbackenes Baguette mit Pommes Frites drin! Es schmeckt besser als erwartet, wirklich!

2: Réunionesen backen keinen oder so gut wie keinen Kuchen zu Hause, sondern kaufen ihn in einer Pâtisserie. Als ich mit meiner Austauschschülerin dann einen Regebogenkuchen backen wollte und auch gebacken habe, war ich dann etwas schockiert: keine Waage, kein Schneebesen, kein Backpulver! Und der Backofen ist auch ein wenig seltsam, Umluft gibt es gar nicht zur Auswahl und die Glühstäbe unten und oben können auch mal anfangen orange zu werden (das war der Moment, in dem ich die Temperatur runtergeschalten habe.

3: Meine Gastfamilie isst jeden Tag Fleisch, und zwar 2 Mal, und ist damit sicher nicht die einzige. Das wird auch in der Mensa deutlich, wo es jeden Tag mehrere Essen mit Fleisch gibt. Ich als So-Gut-Wie-Vegetarier lebe seit ungefähr 6 Wochen wirklich vegetarisch und mein Mensaessen variiert zwischen Reis mit Bohnen, Nudeln mit Erbsen und Karotten und nicht ganz durche Pommes Frites sowie meist eine Vorspeise und ein Dessert, das beste ;D Für ein Mensaessen ist trotzdem sehr gut.

4: Eines der ersten Dinge, die ich hier gefragt wurde, ist: Nudeln oder Reis? Reis oder kein Reis, das ist hier die Frage. Als Beilage gibt es wirklich fast immer Reis, in weiß und in gelb mit Safran. Im Supermarkt kann man sogar gleich 10 Kilo Säcke kaufen.

5: Wo wir schon beim Supermarkt sind: Im Supermarkt leben Vögel... Warum nicht?

6: Es ist eigentlich ganz normal, dass man hier überall auf Geckos stößt, auf der Terrasse, an der Wohnzimmerwand, hinter dem Kühlschrank, im Badezimmer und was weiß ich wo sonst. Es ist ein wenig komisch, dass sie nicht in eine Schockstarre verfallen, wenn man sie anfasst (Ja, ausprobiert :D und es ist ein wenig gruselig, dass sie hier einen Hang zum Durchsichtigsein haben.


7: Für politische Werbezwecke fahren Autos mit Lautsprechern auf dem Dach 
durch die Gegend (ja, das sieht wirklich lustig aus), die dann Lieder für den jeweiligen Kandidaten oder so spielen, eigentlich ne coole Idee :'D


8: Réunionesische Familien sind riesig. Unendlich viele Tanten und Onkel zu haben und damit noch mehr Cousins ist hier nichts ungewöhnliches. Allein mütterlicherseits hat meine Austauschschülerin 12 Tanten und Onkel.


9: Es gibt jedes Jahr im Oktober einen Lauf einmal quer über die Insel. Dafür reisen Sportler aus der ganzen Welt schon Wochen vorher an um zu trainieren. Das sind immerhin etwa 170km und etwa 10.000 Höhenmeter zu überwinden. Nicht umsonst heißt dieser Lauf Diagonale des Fous, ein Lauf für Verrückte. Und diese Verrückten schaffen das zum Teil innerhalb von einem Tag!

10: Ich kenne in Deutschland eigentlich fast niemand, der keine Tiere mag. Hier ist das allerdings nichts ungewöhnliches.
Straßenhunde werden ignoriert. Wenn sie einem doch einmal zu nahe kommen, heißt es Achtung, nicht bewegen und vor Angst zitternd abwarten bis diese bösen, bösen Kreaturen (Sarkasmus) wieder weggehen. Vielleicht nicht unbedingt die beste Taktik.
Man kann mit diesen Hunden spielen, sie streicheln (okay, keine so gute Idee, sie riechen ein wenig streng und sind wahrscheinlich auch voll mit Flöhen, Krankheitserregern, Viren etc.) und alles machen, was man auch mit einem teuren Rassehund machen kann. Diese Hunde sind nicht aggressiv. Sie sind neugierig, zutraulich, verspielt und kurz vor dem Tod. Menschen sind daran Schuld, dass es so eine große Zahl an Straßenhunden gibt. Ich mein ja nur, aber man überlegt sich doch, ob man einen Hund will oder nicht, und wenn man aus irgendwelchen bescheuerten Gründen kein Bock mehr auf ihn hat, gibt es ganz sicher bessere Lösungen als ihn einfach auszusetzen. Es gibts so viele Leute, die sich schon immer einen Hund gewünscht haben... Das ist so grausam!
Und wer jetzt denkt, ja gut, die könnten auch auf der Straße geboren sein, liegt ziemlich falsch. Hunde werden nur äußerst selten mit Halsband geboren (wer hätte das gedacht, Sarkasmus). Und die meisten überfahrenen Hunde sind Welpen, die verspielt am Straßenrand herumtollen, herumgetollt haben.


Bisous,
Anni

PS: Vergesst nicht zu kommentieren!

Kommentare:

  1. Das sind zum teil doch echt seeehr komische dinge die da vor sich gehen :D war deine Partnerin schon bei dir in Deutschland? Wenn nein, wird sie wahrscheinlich ebenso 'geschockt ' sein wie du:D

    Lissie

    Ps. Ja ich fahre dieses jahr die erste hessische Sommerferienwoche und nächstes Jahr mal sehen^^

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    1. Hallo Lissie,
      Nein, sie kommt erst noch zu mir. Aber für sie muss es ja dann bestimmt ähnlich ungewohnt sein :D
      Liebe Grüße,
      Anni

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  2. Interessant was es bei so einem Inselvölkchen Sonderbares und Tolles gibt :D Aber die Geschichte der Straßenhunde ist echt sehr traurig.. Geckos im Badezimmer sind mir ehrlich gesagt lieber als diese vielfüßigen Krabbler (auch wenn sie ganz lustig waren) aus der Toskana ;D
    Ich wünsch dir eine genauso spannende 2. Hälfte deines Aufenthalts :)

    <3 Simon

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    1. Hallo Simon,
      Keine Sorge von riesigen Spinnen und schwarzen Raupen gibt es hier auch genug! Und vielen Dank!
      Liebe Grüße,
      Anni

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  3. Pommes im Toastbrot als Sandwich hatte ich damals in England in meiner Gastfamilie auch zu essen bekommen. Seltsame Zusammenstellung...

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    1. Ja, die Welt ist verrückt...
      Hatte ich schon erwähnt, dass hier Menschen Wespenlarven essen? Und zwar für ziemlich teures Geld und auch gerne in lebendig...
      Zum Glück essen das nicht alle
      Anni

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